2012-01-24
BOB MARLEY & THE WAILERS to the bone
BOB MARLEY & THE WAILERS rasta revolution
compilation 1974
Viel wird über Knochen erzählt, wenn es um Bob Marley und seine Zusammenarbeit Anfang der 1970er mit Produzent Lee Perry geht. So verordnete Perry - damals in der Prä-Black-Ark-Zeit noch nicht mit millionen Spuren operierend - Bob Marley und den übrigen Wailers eine musikalische Abspeckkur, die man mit Fug und Recht als „runter bis auf die Knochen“ bezeichnen kann. Nichts ist auf diesen Aufnahmen zu ahnen von den ausgepolsterten Gute-Laune-in-der-Entourage-Seifenarrangements, mit denen Bob Marley am Ende der Dekade als Superstar durch Babylon touren sollte. Stattdessen lösen sich die Wailers auf diesen frühen Aufnahmen von ihren amerikanischen Soul-Vorbildern und konzentrieren sich auf nackte, grimmige Grooves. Die Tracks bekommen (noch) keine Sonne ab, sie stampfen (noch) aus Räumen heraus, von denen die Farbe abblättert. Auf den wenigen einführenden Sätzen auf der Rückseite von „Rasta Revolution“ beschreibt Lisa McAvoy, wie ihr der Beat, den Marley und die Wailers auf ihrer ersten England-Tour in die Körper der Konzertbesucher klopften, noch tagelang in den Knochen gepocht hat.
Trojan Records brachte „Rasta Revolution“ 1974 auf den Markt. Die Zusammenstellung entstand also in jener Zeit, als die Reggae-Welt noch nicht mit unzähligen halbgaren Marley-Best-Of’s bis zur Verwirrungsgrenze zugekleistert worden war. Der Sound ist noch trocken, dumpf und extrem basslastig, was sich besonders auf späteren No-Name-CD-Zusammenstellungen zum Teil erheblich zu einer mittig konzentrierten Harmlosigkeit verändern sollte. Was kann da ein YouTube-Audio-Link schon Gutes demonstrieren? Nichts.
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